Übers Malen < Manfred Häfner

Übers Malen

Wenn ich ein Bild beginne, ist das eine sinnliche Handlung, ein entzückendes Gefühl, ich fiebere dem Ergebnis entgegen. Wird die weisse Leinwand bunt - verändert sich farblich, fühle ich mich, je weiter das Bild fortschreitet, erst angeregt, dann angespannt, später leer, ausgelaugt und entspannt. Eine zufriedene Ruhe erfüllt mich.

Malen ist für mich gleichermaßen etwas Körperliches wie auch Sinnliches. Farbe, Musik, - hier Jazz, - also Miles Davis, John Coltrane und Ornette Colman, mal schnell, mal ruhig, oder Free - Jazz, etwa Archie Shepp, aber auch meditative Klänge, das alles zusammen - in diese Mischung tauche ich ein, verliere mich. Spannend, wie sich ein Bild entwickelt, wie sich die Farbe verändert. Seltsam, das ruhigere Musik, etwa Miles Davis „Sketches of Spain“ , John Coltrans „A Love Supreme“ anregt, mich vorantreibt, während treibende Musik von O. Colman oder Free - Jazz auf einmal beruhigend wirkt.

Dem Pinsel freien Lauf lassen, mich zu dem hinführen, was entstehen soll. Farben, bevorzugt Rot, Weiss, Schwarz und Gelb. Warum gerade diese Farben? Ich lasse einfach meine Intuition entscheiden, wenn Leinwand oder Papier vor mir liegen.

Inspiration

Ein Stück buntes Papier, ein CD- oder LP-Cover, ein Ausschnitt aus der Natur, verbunden mit Musik,– immer wenn ich ganz bei mir bin – entsteht vor meinen Augen ein neues Bild. Der Besuch einer Ausstellung, eines Museums einer Galerie bringt neue Impulse und regt mich zu neuen Bildern an. Habe ich dann ein Bild fertig, gibt es mir Kraft und Mut, das nächste anzufangen, frei nach Kandinsky:

„Die Harmonisierung des Ganzen auf der Leinwand ist der Weg, welcher zum Kunstwerk führt.“

Das Urheberrecht liegt bei  Manfred Häfner